Falsche Schuldzuweisung

Wer kennt noch die 60er Jahre. Das Wirtschaftswunder war beendet, der Arbeiter hatte seinen Käfer, die Italien-Campingreise, den Bausparvertrag und oh Wunder bis zu 15% Lohnerhöhung jedes Jahr. Und, ach so, der Unternehmer 50% Produktivitätssteigerung pro Jahr. Keine Arbeitslosen, keiner mehr da für Niedriglöhne. Das musste mit Willigen zur Not aus dem Ausland geändert werden. Und das klappte, seitdem gab es Arbeitslose, Löhne und Renten, die nicht mehr Schritt hielten mit zum Beispiel Mietsteigerungen. Neu seit einiger Zeit Raub an Sparguthaben.
Wem haben wir das zu verdanken. Hören wir auf den Bundespräsidenten, sein Gespräch mit Bürgern aus der Nachbarschaft: Auszug „… ich denke an die vielen Menschen, die wir aus wirtschaftlichen Interessen gebeten haben, hier zu arbeiten – aus Italien, aus Griechenland, Spanien oder Portugal, und später vor allem aus der Türkei. Ohne sie, ohne ihre Familien, die nachkamen, ohne ihre Kinder und Enkel wäre der wirtschaftliche Wohlstand unseres Landes, mehr noch: unsere heutige Gesellschaft gar nicht denkbar. Das haben wir gemeinsam geschafft und als Präsident dieses Landes möchte ich Ihnen dafür danken!“ Ende Auszug.

Wo irrt der Präsident? Weder haben Gastarbeiter, wie Frau Merkel glaubt, beim Wiederaufbau geholfen, denn als die kamen, war der vollendet, noch haben alle die zu uns kamen den „Wohlstand“ von heute verschuldet. Das war die Regierung, bis 1969 CDU geführt, bis 1982 SPD, bis 1998 wieder CDU geführt, bis als Krönung dann der Genosse der Bosse kam. Oder waren es zuerst die Unternehmer und schließlich die Investoren, die ab 1970 zum Beispiel für niedrige Löhne und steigende Mieten sorgten.

Was zum Beispiel also? Das Ausland fand früher, ein Grund für das Gelingen in Deutschland sei die Tarifautonomie. Bedeutet, die Gewerkschaften wieder zu dem machen, was sie früher waren. 15% Lohnerhöhung bei 50% Produktivitätszuwachs ist nicht zu viel. Dann durchsetzbare höhere Löhne steigern die Binnennachfrage, machen Mieten erträglicher, heben nicht den wirtschaftlichen Wohlstand, sprich den Wohlstand der Wirtschaft, sondern den Volks-Wohlstand.

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