BGE, Zoo mit Ausgangserlaubnis

Gestern hat die Schweiz als erstes Land über eine visionäre Volksinitiative für ein BGE angestimmt. 76,9% haben diese abgelehnt. (swissinfo.ch) . Die Initianten hatten 15% Ja-Stimmen vorhergesehen und bejubeln den Zuwachs an Zustimmung und das Wachhalten der auch m.E. notwendigen Debatte, wie auf die Herausforderungen der Zukunft zu reagieren.
Der Unternehmer/Professor Götz Werner hat das Thema Anfang des Jahrtausends in Deutschland maßgeblich angefacht und in 2006 hat mein Bruder Josef mit seiner Wiesbadener attac-Gruppe auf der elew-Seite nicht nur das BGE gut begründet sondern m.E. erstmals in D positiv die Finanzierbarkeit berechnet.
Was ist dann bei allem Verständnis verkehrt?
Im Interview mit Götz Werner im Deutschlandradio: „Wieder paradiesische Zustände herstellen“ taucht als kopernikanische Wende die Aussage auf, dass ein Einkommen das menschliche Leben ermöglicht und wenn uns die Arbeit abhanden kommt, dennoch für Einkommen gesorgt sei (n muss). Außerdem wird die Hauptkritik am BGE, dass keiner mehr die schmutzigen Arbeiten erledigen will, damit abgefertigt, dass die Gemeinschaft lernt, Arbeit wertzuschätzen. Wird Befürworten und Kritisieren nicht am Modell eines Menschen und nicht an der Realitiät abgearbeitet?
Fordern und Fördern ist eine angemessenere Parole.
Ich wiederhole mich und fasse frühere Aussagen auch dieser Webseite zusammen, z.B. Auftragsamt am 1. Mai.

  1. Wir sind keine Leistungsgemeinschaft, gehen aber davon aus, wollen oder sollten es sein. Leistungsloses Einkommen gehört angemessen besteuert, Leistung muss sich lohnen.
  2. Geschenke sind nötig (das Leben ist ein Geschenk), sie korrumpieren aber, steigern das Verlangen nach Mehr und verhindern Eigeninitiative.
  3. Entwicklungshilfe ist idealerweise immer Hilfe zur Selbsthilfe, hier im Zusammenhang mit Einkommen und Arbeit sind es alle Angebote zum Lernen.
  4. Erhalt des Heimatplaneten Erde allgemein und des eigenen Lebens bedeutet Arbeit, die physikalisch gesehen verlustbehaftet ist und daher nie ausgeht, auch für 10 Milliarden Menschen nicht.
  5. Arbeit wird ohne Ende erbracht, nur wird sie ohne Ende nicht entlohnt. Das Ehrenamt z.B. gehört abgeschafft oder zumindest besteuert.
  6. Das Recht auf Arbeit ist gem. Artikel 23 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein elementares Menschenrecht. Es gehört konkretisiert. Die DDR hat es jedem zuerkannt.

Soll das BGE die Würde des Menschen (wieder)herstellen, schafft es sie ab. Der Mensch wird wie im Zoo die Eingesperrten bedingungslos gefüttert, darf aber sich frei bewegen, auch um sich mit Arbeit zu erfreuen.
Sinn des Lebens ist nicht Mallochen, sondern Erfüllung finden. Und dazu hilft erfolgreiches Verhalten. Wobei wohl?
Ein BGE wird heutzutage schon in Form von Stütze an unfreiwillige Arbeitslose und freiwillige Arbeitsabstinenzler in inzwischen dritter Generation verteilt. (Zum Glück, sonst hätten wir Aufstände.) Die Debatte, wie auf die Herausforderungen der Zukunft zu reagieren sei, muss umsteuern. Siehe auch, wie schon erwähnt unter 1. Mai.

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